Volterra – Orvieto

In Volterra bin ich ihr begegnet, der Lady of a certain age.

Sie erinnert rein äußerlich an Gunilla von Bismarck, kommt in teuer aussehenden Leopardenleggings und mit großer Sonnenbrille zum Frühstück, ist unglaubliche 80 Jahre alt, sieht aber höchstens wie gut gepflegte 65 aus.

Beim Café erzählt sie von Nizza, ihren Plänen, hier in der Toskana etwas zu mieten („aber die vermieten nicht, an Schweizer schon gerade nicht, die verkaufen nur“) und fragt mich ein bisschen aus. Als sie hört, dass ich für eine Zeitung arbeite, ruft sie „Ah, für eine Modezeitschrift!“

Wie man bei meinem Anblick auf so eine Idee kommen kann, ist mir ein Rätsel. Ich verneine, es ist eine Tageszeitung. Da möchte sie gerne meine Karte, denn sie sucht nach jemandem, der ihre Memoiren schreibt. Einen Titel hat sie schon: „Nobodys life“. Einem sofortigen Engagement entgehe ich mit dem Hinweis auf mein Aufgabengebiet knapp. Wenn ich nicht zügig weiter wollte, um dem nachfolgenden Regen zu entgehen, ich hätte mich tatsächlich gerne noch länger mit ihr unterhalten, denn sie war schon interessant.

Die Aussicht vom Hotel in Volterra:

 

Auf der Strecke zwischen Volterra und Orvieto – ich fahre über Siena – sieht die Toskana auf jedem Meter so aus, wie es sich für die Toskana gehört. Sonne und Wolken im Wechsel zaubern reizvolle Lichtreflexe auf die grünen Hügel.

In Siena mache ich Pause und erst mal ein ordentliches Touristenselfie mit dem Dom im Hintergrund.

An dieser Stelle treffe ich auf einen braungebrannten Radreisenden aus Südtirol, der gerade aus Rom zurückkehrt, sich die Achillessehnen schwer überreizt hat und keinen Meter mehr schmerzfrei fahren kann. Er wird die restlichen Strecke wohl mit dem Zug zurücklegen, der Arme.

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