Tag 9, erster Paddeltag auf dem Lago Maggiore

Guten Morgen, liebe Welt…

… brauchst gar nicht so laut nach mir rufen, ich bin ja schon da 🙂

und sehe den ersten Stehpaddler. Auch auf Pink, der Arme 😉

Mein favorisierter Einstiegsplatz ein paar Meter neben dem Hotel

Nach dem Frühstück paddele ich ich los: von Verbania Suna aus zuerst ein Stück schräg nach rechts, um in Ruhe den Fährverkehr um die Isola Madre zu beobachten.

Dann peile ich die Insel an, um die ich herumpaddeln möchte. Sieht so nah aus und dauert doch länger als vermutet.

Da ich das Geschehen noch nicht völlig durchschaut habe, paddele ich auch immer wieder ziemliche Umwege, um nicht oder wenigstens nur kurz in der Spur der Fähren zu sein, die das kleine Eiland aus verschiedenen Richtungen anfahren und wieder verlassen.

Isola Madre

Als ich um die Insel herum und in einem Abschnitt ohne Fährverkehr angekommen bin, paddele ich noch ein Stück in südöstliche Richtung und gelange zu der hier nach 3 Seiten offene Stelle des Lago, wo gerade ein amtlicher Wellengang herrscht; es fühlt sich an wie auf dem offenen Meer.

Oh, ich liebe das und hüpfe und gleite abwechselnd durch die Wellen. Mein Körper scheint genau für solche Sachen gemacht zu sein, es fühlt sich absolut fantastisch an. Hier habe ich zum ersten Mal das Gefühl, mit dem Paddel über ein drittes Bein zu verfügen. Und so lange das im Wasser ist, bin ich sicher wie in Abrahams Schoß.

Nach einer Weile bemerke ich ein Motorboot, das rasant auf mich zusteuert. Ich ändere den Kurs und das Motorboot ebenfalls und fährt immer noch auf mich zu. So geht das 2-3 mal und je näher es kommt, umso mulmiger wird mir.

Endlich erkenne ich, dass es sich um die Wasserschutzpolizei handelt. Ich höre auf zu paddeln, setze mich aufs Board und warte, bis sie bei mir sind. Ich winke Ihnen freundlich zu und schaue in zwei leicht verwirrte Gesichter. “Do you have a Problem?” rufen sie zu mir herüber. “No, I have fun!” rufe ich zurück. Und schicke vorsichtshalber noch ein “Mille Grazie!” hinterher. Sie gucken etwas konsterniert.

Die wollten mich aus Seenot retten, während ich gerade den Spaß meines Lebens habe… ich frage mich, wie ich tatsächlich auf dem Board ausgesehen haben mag, während ich mich lässig durch die Wellen tanzend wähnte.

Dann rufen sie noch „Jacket?“ und ich zeige geistesgegenwärtig auf mein Drybag, in dem natürlich keine Weste ist. Mit eindeutigen Handbewegungen legen sie mir nahe, die Weste anzulegen. Ich nicke und zeige mit schmerzverzerrtem Gesicht auf meine Achseln: „it is too tight“ während ich innerlich bete, dass sie mir das durchgehen lassen. Etwas unschlüssig lassen sie es schließlich gut sein und drehen winkend ab.

Man kann hier fast überall anlanden und findet eine „Parkmöglichkeit“ für das Board. Das ist toll und hatte ich so nicht erwartet.

Pausen sind mir allerdings – genau wie während meiner allerersten Motorradreise – noch fast lästig. Ich will paddeln 🙂

Blick auf Verbania

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