Tag 18

Heute werde ich ein letztes Mal auf dem Bodensee herumpaddeln, denn morgen geht es wieder nach Hause. Das Wetter spielt mit: ein paar zarte Wölkchen am strahlendblauen Himmel, Mitte Zwanzig Grad und so gut wie kein Wind.

Während ich das Board auf die Honda packe, macht Hans Fotos. Er überlegt tatsächlich, sich den wohl auch schon länger schlummernden Traum vom Motorradfahren zu erfüllen. Leicht und bequem soll sie sein, die Maschine. Damit wäre meine eigentlich ideal, aber er hat keinen Motorradführerschein und deshalb kommt nur eine 125er in Frage, die er mit seinem Autoführerschein fahren darf. Bin gespannt, was es wird.

Heute am letzten Tag möchte ich keine Zeit mit Experimenten und der Suche nach einem geeigneten Platz verschwenden. Deshalb steuere ich direkt das „Strandbad Ost“ in Überlingen an. Da war es schön und ich kann in die andere Richtung paddeln, die ich noch nicht kennengelernt habe.

 

 

 

Es wird eine gemütliche Tour, auf der ich jeden Meter genieße. Vorbei am Überlinger Hafen, dessen Fährverkehr man nahe beim Ufer gut aussitzen kann oder sogar mal fix an einer Fähre vorbei, während diese altes Publikum ausspuckt und neues an Bord nimmt. Die Fahrt entlang des Stadtbereichs macht Spaß, weil es viel zu sehen gibt und immer mal wieder jemand freundlich herüberwinkt.

Danach wird es ruhig, idyllisch aussehende Besiedelung geht in Naturschutzgebiete über. Beim Spetzgarter Hafen kann man in glasklarem Wasser an einer Abbruchkante entlangpaddeln, spannend. Irgendwo vor Katharinenfelsen gehe ich noch einmal schwimmen und dümpele anschließend mit dem Board vor interessant aussehenden Steilufern herum.

 

 

Blick zum nördlichen Ende des Bodensees/Überlinger Sees

Für die wenigen nicht sehr aussagekräftigen Bilder dieses letzten Tages bitte ich um Nachsicht, ich hatte einfach keine Lust zu fotografieren.

Am Strand genieße ich die letzten warmen Sonnenstrahlen dieses Tages und stelle mich langsam auf das Ende der Reise ein. Es war wundervoll, so viel Zeit auf dem Wasser verbringen zu können. Die ausgedehnten Paddeltouren haben nicht nur der Seele gut getan. Am Ende dieser 3 Wochen verfüge ich auch wieder über eine brauchbare Rumpfmuskulatur; überhaupt fühle ich mich angenehm gestärkt, was sich auch bei der langen Rückreise morgen bemerkbar machen wird.

Es ist anders als am Ende einer Motorradreise. Das Motorradfahren, so schön es sein kann,  verlangt dem Körper auch einiges an Energie und Kraft ab, zehrt von Ressourcen, die vorher schon da sein sollten. Beim Paddeln ist es genau umgekehrt: jeder Tag auf dem Wasser macht Dich stärker. Und glücklich sowieso. So jedenfalls empfinde ich es.

🙂

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